Henri Matisse

(Le Cateau-Cambrésis 1869 - 1954 Cimiez)
Henri Émile Benoît Matisse ist ein französischer Maler und Bildhauer, der gemeinsam mit Pablo Picasso zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne zählt. Als Begründer des Fauvismus, einer Bewegung innerhalb der französischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts, legt er gleichzeitig den Grundstein für den Expressionismus. Mit seinen stilistischen Neuerungen hatte Matisse einen prägenden Einfluss auf die Moderne Kunst in Frankreich und darüber hinaus.
Henri Matisse wurde am 31. Dezember 1869 im französischen Le Cateau-Cambrésis geboren. Seine künstlerische Ausbildung erhält Matisse zunächst in der Académie Julian, einer angesehenen, privaten Pariser Kunstakademie, die auch Emil Nolde oder Fernand Léger besuchten. Später besuchte er die Abendkurse der Pariser Kunstgewerbeschule École des Arts décoratifs. Inspiriert von den Werken Paul Cézannes, William Turners und Edvard Munchs, beeinflusst durch die Auseinandersetzung mit der neoimpressionistischen Farbauffassung, entwickelt Matisse seinen eigenen farbkräftigen Stil, mit dem er berühmt werden sollte. Als Matisse und seine Freunde beim Pariser Salon d’Automne im Herbst 1905 ihre farbintensiven Werke präsentierten, zeigen sich die Kunstkritiker empört und bezeichnen ihn und seine Kollegen verächtlich als „les Fauves“, die wilden Tiere. Seinen künstlerischen Durchbruch erzielt Matisse kurze Zeit später mit seinem Werk „Le bonheur de vive“, welches er 1906 beim Salon des Indépendants zeigt. Ab 1908 begibt sich Matisse in eine experimentelle Phase in der sowohl mit organisch-flüssigen und arabesken Formen arbeitet, sich aber auch mit Strömungen wie dem Kubismus beeinflussen lässt. Im späteren Verlauf und vor dem Hintergrund des ersten Weltkrieges, verdunkelt sich seine Farbpalette deutlich. Erst später, zwischen 1917 und 1929, während seiner Zeit in Nizza, eröffnen sich dem Betrachter wieder lichtdurchflutete und farbkräftige Landschaften, Porträts und Stillleben. Nach einer Phase der erneuten Einfachheit, in der er sich mit der Harmonie aus Abstraktion und Farbe befasste, widmete er sich ab 1940 der Beschränkung auf das Wesentliche. Bedingt durch mehrere schwere Krankheiten entwickelt Matisse ab 1944 die sogenannten „gouaches découpé“, ein Prinzip der Collage und des Scherenschnittes, die seinem künstlerischen Schaffen eine Krone aufsetzen sollten. Am 03. November 1954 stirbt Henri Matisse an den Folgen eines Herzanfalls, in seinem Haus in Nizza.

Werke des Künstlers

nicht verfügbar
Nu couché à la coupe de fruits, 1926