Josef Floch

(Wien 1894 - 1977 New York)
Am 5. November 1894 in Wien geboren und am 2. Oktober 1977 in New York verstorben, vollzieht sich das Leben von Josef Floch vor dem Hintergrund einschneidender politischer, kultureller und gesellschaftlicher Veränderungen. Als einer der international erfolgreichsten bildenden Künstler österreichischer Herkunft, sieht Floch sein Werk bis zum Schluss als Gegenpol zur Abstraktion und zum Expressionismus.
Seine erste Ausbildung an der Wiener Akademie unter Rudolf Bacher und Franz Rumpler (1913 – 1918) spielt sich noch im Umfeld der Hochblüte der Wiener Kunst um 1900 ab. 1919 wird er Mitglied des Hagenbundes, kann auf frühe Erfolge mit Ausstellungen verweisen und beginnt ab 1922 mit einer lebenslangen intensiven Reisetätigkeit, zuerst nach Palästina und Ägypten, dann in die verschiedensten europäischen Städte. Mit der Übersiedlung nach Paris 1925 schließt er wie viele seiner Generation an die internationale Avantgarde an. Nach Ausstellungen im Salon d’Automne und im Salon des Tuileries stellt die Personalausstellung in der renommierten Galerie von Berthe Weill im Jahr 1929 den Höhepunkt seines künstlerischen wie finanziellen Erfolges dar. Zu seinem gesellschaftlichen Umfeld zählen österreichische wie internationale Künstler, er hält aber den Kontakt zu Wien stets aufrecht. 1934 widmet ihm der Hagenbund den Schwerpunkt seiner Kollektivausstellung, im selben Jahr heiratet er die Wienerin Hermine Fränkl. 1941 gelingt ihm die Ausreise nach New York, wo er gestützt auf ein Netzwerk europäischer Emigranten wie das Kunsthistorikerpaar Tietze bald Fuß fassen kann. Regelmäßig wird er in amerikanischen Museen ausgestellt, unterrichtet an der New School und engagiert sich in der Associated American Artist Gallery. 1951 nimmt er die amerikanische Staatsbürgerschaft an, fährt nach 1946 regelmäßig nach Paris und besucht Wien erstmals wieder 1955. Die Österreichische Galerie widmet ihm 1972 eine Einzelausstellung. Josef Floch wird mit mehreren internationalen Auszeichnungen geehrt, u.a. mit dem Goldenen Verdienstkreuz Frankreichs. Seine Arbeiten befinden sich in internationalen Museen, in Neuseeland, den USA, Brasilien, Israel und in vielen europäischen Städten. Im Zentrum von Flochs Kunst steht die Form, die für ihn „Geisterlebnis“ bedeutet. Die Malerei des Klassizismus, von Gauguin, Cézanne und v.a. die Bilder Hans von Marées sind prägend für Flochs Hinwendung zu klarer Geometrie und heller Lichtführung. Landschaften, Portraits und Figurenbilder sind die zentralen Themen, in Paris entsteht die bedeutende Serie von Hundemotiven und von 1932 – 1936 die so genannten Terrassenbilder. In der regungslosen, melancholischen Stimmung der Bilder finden sich Anklänge zum magischen Realismus sowie surrealistische Momente. In den USA wird die Palette dunkler, die Farben satter und das Licht immer mehr zum Stimmungsträger. Großstadtmotive, Wolkenkratzer und Straßenschluchten werden in distanziert kühler Weise verarbeitet, die der Malerei des Amerikaners Edward Hopper verwandt sind.

Werke des Künstlers

Ausstellungen

Josef Floch
15. September - 03. November 2017
ART&ANTIQUE Ostern 2017
8. - 17. April 2017

Publikationen

Josef Floch
Wien · Paris · New York