Josef Floch

(Wien 1894 - 1977 New York)
Das Leben von Josef Floch vollzieht sich vor dem Hintergrund einschneidender politischer, kultureller und gesellschaftlicher Veränderungen. Schon zu Lebzeiten gelingt ihm der Durchbruch in drei der wichtigsten Kunstmetropolen seiner Zeit – Wien, Paris und New York. Als einer der international erfolgreichsten bildenden Künstler österreichischer Herkunft sieht Floch seine Gemälde bis zum Schluss als Gegenpol zur Abstraktion und zum Expressionismus.
Seine erste Ausbildung an der Wiener Akademie unter Rudolf Bacher und Franz Rumpler (1913 – 1918) spielt sich noch im Umfeld der Hochblüte der Wiener Kunst um 1900 ab. 1919 wird er Mitglied des Hagenbundes, kann auf frühe Erfolge mit Ausstellungen verweisen und beginnt ab 1922 mit einer lebenslangen intensiven Reisetätigkeit, zuerst nach Palästina und Ägypten, dann in die verschiedensten europäischen Städte. Mit der Übersiedlung nach Paris 1925 schließt er an die internationale Avantgarde an. Nach Ausstellungen im Salon d’Automne und im Salon des Tuileries bildet die Einzelausstellung in der renommierten Galerie von Berthe Weill im Jahr 1929 den Höhepunkt seines künstlerischen wie finanziellen Erfolges. Zu seinem gesellschaftlichen Umfeld zählen österreichische wie internationale Künstler, er hält aber den Kontakt zu Wien stets aufrecht. 1934 widmet ihm der Hagenbund den Schwerpunkt seiner Kollektivausstellung, im selben Jahr heiratet er die Wienerin Hermine Fränkl. 1941 gelingt ihm die Ausreise nach New York, wo er gestützt auf ein Netzwerk europäischer Emigranten wie das Kunsthistorikerpaar Tietze bald Fuß fassen kann. Regelmäßig wird er in amerikanischen Museen ausgestellt, unterrichtet an der New School und engagiert sich in der Associated American Artist Gallery. 1951 nimmt er die amerikanische Staatsbürgerschaft an, fährt nach 1946 regelmäßig nach Paris und besucht Wien erstmals wieder 1955. Die Österreichische Galerie Belvedere widmet ihm 1972 eine große Einzelausstellung, bevor der Künstler im Jahr 1977 in New York verstirbt. Im Zentrum von Flochs Kunst steht die Form, die für ihn „Geisterlebnis“ bedeutet. Die Malerei des Klassizismus, von Gauguin, Cézanne und v.a. die Bilder Hans von Marées sind prägend für Flochs Hinwendung zu klarer Geometrie und heller Lichtführung. Landschaften, Portraits und Figurenbilder sind die zentralen Themen in Flochs Gemälden und Zeichnungen. In Paris entsteht zudem die bedeutende Serie von Hundemotiven, sowie zwischen 1932 – 1936 die so genannten Terrassenbilder. In der oft regungslosen, melancholischen Stimmung seiner Bilder finden sich Anklänge zum magischen Realismus sowie surrealistische Momente. In den USA wird die Flochs Farbpalette dunkler, die Farben satter und das Licht immer mehr zum Stimmungsträger. Großstadtmotive, Wolkenkratzer und Straßenschluchten werden in distanziert kühler Weise verarbeitet, die der Malerei des Amerikaners Edward Hopper verwandt sind. Noch zu Lebzeiten wir Josef Floch mit mehreren internationalen Auszeichnungen geehrt, u.a. mit dem Goldenen Verdienstkreuz Frankreichs. Seine Gemälde befinden sich heut in internationalen Museen, u.a. in Neuseeland, den USA, Frankreich und Israel und werden regelmäßig auf dem internationalen Kunstmarkt gehandelt. Den Verkaufsrekord markiert seit 2016 ein Gemälde aus dem Jahr 1927/28, das für über 270.000 Euro verkauft wurde.

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Werke des Künstlers

Ausstellungen

Osterausstellung 2020
31. März - 19. April 2020
Modern Masters
19. - 24. November 2018
Josef Floch
15. September - 06. November 2017

Publikationen

Josef Floch
Wien · Paris · New York