Paul Kirnig

(Bielitz, Schlesien 1891 - 1955 Wien)
Dem am 16. März 1891 in Bielitz in Schlesien geborenen österreichischen Maler und Grafiker Paul Kirnig kommt vor allem auf Grund seiner Industriebilder ein besonderer Stellenwert in der österreichischen Kunst der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts zu. Seine Gemälde erlangten vor allem durch die Ausstellungen im Jahr 1995 „Industriebilder – Kirnig“ in Innsbruck und „Die Neue Sachlichkeit. Österreich 1918 bis 1938“ im Bank Austria Kunstforum in Wien neue Bekanntheit.
Kirnig übersiedelte nach dem Schulabschluss im Jahr 1908 nach Wien, um an der Technischen Hochschule Chemie zu studieren. 1914 wurde er an die italienische Front berufen, von wo er ein Jahr später schwer verwundet heimkehrte. Kirnig besuchte die Malschule St. Anna in Wien, bevor er sich im Jahr 1919 zum Studium der bildenden Kunst und Formenlehre an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Prof. Bertold Löffler und Franz Cizek einschrieb. Ab 1924 war Kirnig auch selber als Hilfslehrer und Assistent an der Kunstgewerbeschule tätig und unterrichtete die Fachklasse für Malerei und Werkstatt für Druckverfahren. Ab 1929 lehrte er diese Fachklasse gemeinsam mit Prof. Löffler, dessen Nachfolge als Leiter er im Jahr 1935 antrat. Im Jahr 1945 übernahm Kirnig zudem die Leitung der Fachklasse für Gebrauchs-, Illustrations- und Modegrafik. 1951 wurde Kirnig zum außerordentlichen Professor und zwei Jahre später zum ordentlichen Hochschuldprofessor ernannt. Im Jahr 1955 wurde ihm der Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst verliehen. Kirnig befasste sich vor allem mit der gegenständlichen Darstellung industrieller und technischer Motive und setzte diese meist in einen dramatischen bis heroisierenden Kontext. Während er schon zu Lebzeiten bezüglich seiner Arbeit und Lehre im Bereich von Werbegrafiken sehr erfolgreich war, fanden seine Gemälde erst nach seinem Tod Anerkennung.

Werke des Künstlers